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Sonnengedanken bei Nacht

  • 15. Apr. 2017
  • 1 Min. Lesezeit

„Und Morgen geht die Sonne auf, egal was passiert.“ Er lachte und ich hatte Recht.

Die Sonne würde Morgen aufgehen und das Schwarz der Nacht ausbleichen. Das gab mir ein Gefühl von Sicherheit, ich konnte mich daran festhalten. Niemand konnte mir das wegnehmen, denn die Sonne, die würde Morgen aufgehen.

Eigentlich ist das merkwürdig, wir, die süchtig nach Kontrolle sind, finden Komfort in dem, was wir nicht kontrollieren können.

Er küsste mein Haar und sah mir beim Denken zu. Ich hätte ihm auch gern beim Denken zugesehen, aber dann hätten wir uns beide nur angesehen und nicht mehr gedacht. Ich dachte also weiter, über die Dunkelheit. Als kleines Kind hatte ich Angst vor der Dunkelheit gehabt, hatte mich vor ihr versteckt. Heute konnte ich mich in ihr verstecken, finde Stille und eine Pause von allem in ihr. Meine Fingerspitzen strichen über seinen Hals. Seine Haut war weich und ich fühlte sein pochendes Herz. Jetzt war ich frei vom Denken, war aus meinem Kopf gerannt und lebte in seinem Herzschlag. Regelmässig. Auf und ab. Gleichmässig. Hoch und Tief. Ebenmässig. Früher, als wir noch nicht einfach da sitzen konnten, einfach nebeneinander denken konnten, war sein Herzschlag unregelmässig, schnell und hüpfend.

Er sah mir noch immer beim Denken zu als er sagte, dass ich seine Sonne sei. Ich schmunzelte „kitschig“, aber wusste, dass er die meine war.

PS: Ich habe eine massive Schreibblockade. Paula hat mir gesagt, ich soll über den perfekten Abend schreiben


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DREI SEELENSONGS

#1 

you don't own me - Lesley Gore

#2

you're so vain - 

Carly Simon

#3

the logical song - Supertramp

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